Anonim

Der Generika-Markt in Frankreich boomt. Apotheker haben nun das Recht, von Ärzten verschriebene Arzneimittel durch andere Arzneimittel der gleichen Zusammensetzung (sogenannte Generika) zu ersetzen. Noch mehr: Sie sind verpflichtet, einen bestimmten Prozentsatz zu verkaufen.

Infolgedessen hat der Handelskrieg zwischen Pharmaherstellern zur Vermarktung zahlreicher und umfangreicher Produktsortimente geführt … im Prinzip identisch! Ob groß oder klein, jedes pharmazeutische Labor ist bestrebt, eine Tochtergesellschaft für Generika zu entwickeln und so viele Spezialitäten wie möglich zu vermarkten, um das Gebiet zu besetzen.

Einige Generika-Sortimente in Frankreich im Herbst 1999

Pharmaunternehmen

(in alphabetischer Reihenfolge)

Anzahl verschiedener Substanzen Anzahl der Präsentationen
Bayer Classics (Tochter von Bayer Pharma)2652
Biogalenic (Rhône-Poulenc-Rorer-Tochter)48118
Biogaran (Tochter von Servier)3053
GNR Pharma (Tochter der BASF Pharma)3054
Merck Generics (Tochtergesellschaft von Merck Deutschland)5297
MSD Generics (Tochtergesellschaft von Merck Sharp und Dohme)1225
Ratiopharm (Tochtergesellschaft von Ratiopharm Deutschland)2759

Neben diesen Labors, in denen nur Kopien (von Generika) verkauft werden, erweitern auch konventionelle Labors ihre Produktpalette. Letztendlich steigt die Anzahl der Kopien oder Generika von Monat zu Monat. Vor allem bei der Vermarktung der ersten beiden Exemplare sinken die Preise, danach sind die Einsparungen der Krankenkassen deutlich geringer.

Andererseits steigt das Verwechslungsrisiko für Patienten und insbesondere das Risiko für Analphabeten (die meisten Umfragen gehen davon aus, dass es in Frankreich ungefähr 2 Millionen Analphabeten gibt). Andererseits müssen Apotheker die billigsten Medikamente geben. Und manche Krankenkassen glauben sogar, dass sie DAS Günstigste geben müssen, wenn es vom Arzt unter dem chemischen Namen des Arzneimittels verschrieben wird. Dies führt manchmal zu heiklen Kontrollen, und Apotheker wenden manchmal mehr Zeit und Energie auf, um ein paar Cent pro Packung Arzneimittel einzusparen, als ihren Kunden echte Gesundheitsempfehlungen zu geben. Generika mögen viele gute Dinge: Überschuss kann schädlich werden.