Anonim

Eine Expertengruppe wurde zusammengestellt, um die derzeit verfügbaren experimentellen, klinischen und epidemiologischen Daten zu DHEA zu bewerten. Ihre Schlussfolgerungen sind eindeutig. Bisher wurde die Wirksamkeit dieses Produkts im Kampf gegen das Altern nicht nachgewiesen. Da die pharmakologischen Eigenschaften von DHEA nicht abschließend belegt sind, sollten zusätzliche Studien durchgeführt werden. Ebenso wurde seine Langzeitsicherheit nicht nachgewiesen. Sicherlich wurde bei Dosen von 50 mg oder weniger kein schwerwiegender negativer klinischer Effekt beobachtet, aber zwei Punkte sind weiterhin besorgniserregend:

  • Die Verwendung von DHEA geht mit einer Abnahme des "guten Cholesterins" einher und erhöht daher wahrscheinlich das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  • Darüber hinaus kann es als Hormon hormonabhängige Krebserkrankungen fördern oder verschlimmern. Solche Risiken sind wahrscheinlich größer, wenn die Dosis und die Dauer der Behandlung zunehmen.

Die AFSSAPS ist daher der Ansicht, dass die DHEA der Regulierung der Drogen- und Gesundheitsberufe unterliegen muss, ebenso wie die breite Öffentlichkeit. Darüber hinaus wollte AFSSAPS angesichts des gegenwärtigen hektischen Kontextes im Zusammenhang mit der Verwendung dieser "Jugendpille" laut und deutlich die folgenden Punkte hervorheben:

  • Der Konsum von DHEA kann die Entwicklung hormonabhängiger Krebserkrankungen beschleunigen: Brustkrebs, Gebärmutterkrebs, Prostatakrebs;
  • Im Zusammenhang mit einem Abfall des "guten Cholesterins" erhöht DHEA wahrscheinlich das kardiovaskuläre Risiko. Dies ist insbesondere bei Langzeitgebrauch zu berücksichtigen;
  • Um eine Überdosierung von Östrogen zu vermeiden, sollten Frauen nach der Menopause niemals eine Hormonersatztherapie (HRT) mit DHEA koppeln. Da die Vorteile der HRT nachgewiesen sind, sollte sie niemals zugunsten der DHEA aufgegeben werden, deren Auswirkungen ungewiss sind.
  • Bei älteren Männern kann die fehlende Wirkung von DHEA auf die Aufrechterhaltung der testikulären Testosteronsekretion zurückzuführen sein. Vorsicht, es besteht möglicherweise ein zusätzliches Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken.

Unabhängig von Alter und Geschlecht wird daher von der Einnahme von DHEA außerhalb von Therapiestudien oder in ganz bestimmten klinischen Situationen dringend abgeraten. Daher ist eine ärztliche Verschreibung und engmaschige Überwachung erforderlich, einschließlich einer vorherigen Bestimmung des DHEA-Niveaus.