Anonim

Das plötzliche Kindstod-Syndrom ist eine Tragödie, die leider nicht ungewöhnlich ist: In Industrieländern wie dem unseren war es vor zehn Jahren schätzungsweise so, dass ein bis drei Geburten pro 1.000 betroffen waren. Mit anderen Worten, 1.500 anscheinend gesunde Säuglinge starben jedes Jahr an plötzlichen Todesfällen. Verschiedene Ursachen wurden angesprochen, vor allem aber wurde eine Maßnahme zur Reduzierung dieser Zahlen weit verbreitet: Schlafen auf dem Rücken, sogar auf der Seite. Diese von Hebammen und Krankenschwestern durchgeführten Informationskampagnen wirkten sich bemerkenswert positiv aus: Schätzungen zufolge ist die Kindersterblichkeit im Zusammenhang mit dem plötzlichen Kindstod heute auf rund 300 Fälle pro Jahr gesunken. 5 mal weniger als vor 10 Jahren!

Wenn das Schlafen auf dem Rücken dazu beigetragen hat, die Kindersterblichkeit zu senken, sind die Determinanten dieser Todesfälle nicht vollständig geklärt. Und heute sind es Neurobiologen, die eine These verfassen, die einen Prozess erklären kann, der sicherlich viele Faktoren einbezieht. Diese These basiert auf der Entdeckung einer Familie nikotinsensitiver Hirnrezeptoren, die sich genau in einem Bereich befinden, der an der Atemkontrolle sowie am Aufwachen im Schlaf beteiligt ist Ein vitaler Reflex, der ausgelöst wird, wenn Sauerstoffmangel durch eine Atempause oder ein Hindernis in den Atemwegen verursacht wird.

Diese "Mikro-Erwachen" sind ein weit verbreitetes Phänomen bei Erwachsenen mit Schlafapnoe-Syndrom, mit anderen Worten manchmal sehr langen Atempausen. Wenn dieser Prozess behindert wird, verschlechtert sich die Hypoxie (Sauerstoffmangel) schnell und führt schnell zu Atemstillstand und Tod. Diese Forscher haben jedoch zu Recht gezeigt, dass Veränderungen in diesem Reflexprozess auf die permanente Stimulation dieser Rezeptoren während der Schwangerschaft zurückzuführen sind, die durch Nikotin hervorgerufen wird, das vom Blut zum fetalen Gehirn transportiert wird .

Mit anderen Worten, das Neugeborene einer rauchenden Mutter könnte weniger auf Hypoxie reagieren. Er wäre daher dem Risiko eines plötzlichen Todes stärker ausgesetzt als ein anderer. Ein weiteres Argument, um schwangere Frauen zu ermutigen, mit dem Rauchen aufzuhören und um sie herum das Passivrauchen zu verhindern.