Anonim

Der Ramadan ist ein heiliger Monat für Muslime. Es entspricht der Feier des Monats, in dem Allah begann, Muhammad seine Lehren zu offenbaren. Während dieser Zeit ist es verboten, zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang zu essen, zu trinken, zu rauchen und Parfums einzuatmen. Ziel dieses Fastens ist es, den materiellen Bedingungen des menschlichen Lebens zu entkommen und so Gott näher zu kommen. Vielleicht gelingt es dem Geist, aber der Körper bleibt sehr materiellen Bedingungen wie Schlaf und Nahrung ausgesetzt. Daher wollten die Ärzte wissen, ob sich die vom Ramadan auferlegten Rhythmusänderungen auf den Schlaf auswirken.

Acht junge muslimische Männer erklärten sich bereit, sich für die Erfahrungen der Forscher einzusetzen. Ihre Gehirnaktivität wurde in vier Sitzungen an zwei aufeinanderfolgenden Nächten aufgezeichnet: die ersten 15 Tage vor dem Ramadan, dann am 11. Tag des Ramadan, am 25. Tag und schließlich 15 Tage nach dem Ende des Fastens. Die Analyse der Ergebnisse konnte somit zeigen, dass sich die Einschlafzeit während der Fastenzeit verlängerte und die Organisation der verschiedenen Schlafphasen verändert wurde. Die Gesamtschlafzeit hat abgenommen, ist jedoch ungleichmäßig: Der Anteil des Nicht-REM-Schlafs hat zugenommen, während die REM-Schlafzeit (Schlafphase, in der wir träumen) abgenommen hat. Neben diesen Schlafveränderungen wurden auch Störungen des Tagesrhythmus und der Körpertemperatur beobachtet. Tatsächlich gibt es im Laufe eines Tages zyklische Schwankungen der Körpertemperatur, die sich während der Fastenzeit um 2 bis 3 Stunden verschieben. Auch nachts wurde ein Anstieg der Körpertemperatur sowie eine Abnahme der Amplitude dieser Zyklen (Differenz zwischen höchster und niedrigster Temperatur) registriert. Kurz gesagt, das Fasten verändert den physiologischen Rhythmus von Schlaf und Temperatur, wobei beide verbunden sind.

Forscher haben nachgewiesen, dass sich der Energiewert von Lebensmitteln während des Ramadan nicht ändert. Also konnte sie diese Schlafveränderungen nicht erklären. Die Umkehrung des Essensrhythmus ist demnach die Ursache für die beobachteten Veränderungen. Wir können jedoch nicht ausschließen, dass die Erregung durch das Fastenbrechen am Abend das Einschlafen nicht erleichtert und zu diesen Rhythmusverschiebungen beiträgt. Mit anderen Worten, die festlichere Atmosphäre am Abend begünstigt auch eine spätere Schlafenszeit!