Anonim

Fettleibigkeit stellt ein echtes gesellschaftliches Problem dar, das umso besorgniserregender ist, als es sich bei Kindern weit verbreitet. Es muss alles getan werden, um diese Epidemie einzudämmen. In diesem Bereich kann sich jeder Hinweis auf ein erhöhtes Risiko für Übergewicht als sehr wertvoll erweisen, da er die frühzeitige Umsetzung gezielter oder personalisierter Präventionsmaßnahmen ermöglicht. Ein Zusammenhang zwischen Fettleibigkeit und Verstopfung wurde bereits angedeutet, es fehlten jedoch bislang Beweise. Eine neue Studie hat soeben einen solchen Zusammenhang bestätigt: Ziel war es, das Auftreten von Fettleibigkeit bei Kindern mit Verstopfung im Vergleich zu einer Gruppe von Kontrollkindern zu bewerten. Es wurden mehr als 700 Kinder im Alter von 4 bis 18 Jahren eingestellt, die sich wegen Verstopfungsproblemen beraten lassen. Nach Analyse der verschiedenen gesammelten Daten (Body-Mass-Index, Gesundheitszustand, Geschlecht usw.) stellen die Autoren fest, dass Fettleibigkeit bei verstopften Kindern häufiger vorkommt: 22, 4% der verstopften Kinder sind fettleibig im Vergleich zu 11. 7% der Kinder ohne Transitstörung. Diese Assoziation wird sowohl bei Mädchen im Alter zwischen 8 und 18 Jahren als auch bei Jungen im Alter zwischen 4 und 18 Jahren beobachtet. Es tritt jedoch häufiger bei Jungen auf: 25% der Jungen mit Verstopfung sind fettleibig, verglichen mit 19% der Mädchen mit Verstopfung. In der Kontrollgruppe gab es auch mehr Übergewichtsprobleme bei Jungen: 13, 5% der Jungen waren fettleibig im Vergleich zu 9, 8% der Mädchen. Den Forschern zufolge war die Ernährung der Hauptfaktor, der diese beiden Zustände miteinander verband. Da eine unausgewogene Ernährung meist wenig Obst und Gemüse enthält, ist die Aufnahme von Ballaststoffen unzureichend. Ein niedriger Ballaststoffgehalt reicht jedoch aus, um Verstopfung zu verursachen. Eine schlechte Ernährung kann daher für Übergewicht und Verstopfung verantwortlich sein. In der Praxis ist es bei einem Kind mit Verstopfung ratsam, sein Risiko für Fettleibigkeit zu bewerten und gegebenenfalls frühzeitig ein Präventionsprogramm einzurichten. Beachten Sie, dass ein Mangel an körperlicher Aktivität (die auch einen der Risikofaktoren für Fettleibigkeit darstellt) auch den Darmtransit beeinflussen kann